(zu alt für eine Antwort)
Was genau ist 440er Stahl?
Unne
2004-01-02 20:03:16 UTC
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet? hat der eine
besondere zusammsetzung, oder ist der besonders geschmiedet? er wird
ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Vielen dank im Vorraus!
Thies
2004-01-02 20:04:43 UTC
gibt den kohlenstoff-anteil an.läßt sich z.b.härten.
Post by Unne
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet? hat der eine
besondere zusammsetzung, oder ist der besonders geschmiedet? er wird
ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Vielen dank im Vorraus!
Arthur Erhardt
2004-01-02 20:57:30 UTC
Post by Unne
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet?
So, ohne weitere Angaben ist das m.W. erstmal nur die Zugfestigkeit
in N / mm^2. Genaueres wissen andere hier wahrscheinlich.

Arthur
--
arthur dot erhardt at pit dot physik dot uni dash tuebingen dot de
*pgp key available* dg7sea

A physicist is an atom's way of knowing about atoms.
Requiescant
2004-01-02 21:37:15 UTC
Hello
Die Aussage "440er" Stahl ist eine nichtssagende Angabe von Laien für
Laien.

Oder anders ausgedrückt: Eine Aussage von Vertreten/Vertrieblern für
Kunden.

Da sieht man wieder mit welchen Scheiss-Aussagen Kunden / Käufer
verarscht werden.

m.f.G.
RQ
Uwe 'hammernocker' Roßberg
2004-01-02 22:58:09 UTC
Post by Requiescant
Hello
Die Aussage "440er" Stahl ist eine nichtssagende Angabe von Laien für
Laien.
Oder anders ausgedrückt: Eine Aussage von Vertreten/Vertrieblern für
Kunden.
Da sieht man wieder mit welchen Scheiss-Aussagen Kunden / Käufer
verarscht werden.
*unterstreich*, vermutlich stammt die Angabe aus Anfangszeiten der
Industrialisierung wo alles erstmal durchnummeriert wurde. Das heisst
aber nicht das es heute irgendwas mit dem tatsächlichen Inhalt der
Legierung zu tun hat. vergleichbar mit der angabe 'Edelstahl'.

bye uwe
--
AIM: hammernocker2000
ICQ: 115118874
www.pssgzudresden.de
viczena
2004-01-02 23:43:21 UTC
440 ist in den letzten jahren sehr beliebt bei den messern geworden. ein
relativ zäher, rostfreier stahl mit hoher schnitthaltigkeit. nachteil: du
kannst ihn nur schwer wieder schärfen.

durch den massenhaften einsatz ist diese legierung relativ preiswert
geworden, und wird nun auch in billigen nachbauten aus fernost als
"qualitätssiegel" verkauft.

ich selber mag ihn nicht sonderlich, obwohl man fast nicht mehr
drumrumkommt...

peter
Post by Unne
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet? hat der eine
besondere zusammsetzung, oder ist der besonders geschmiedet? er wird
ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Vielen dank im Vorraus!
Matthias Voss
2004-01-03 06:47:58 UTC
Post by Uwe 'hammernocker' Roßberg
Post by Requiescant
Hello
Die Aussage "440er" Stahl ist eine nichtssagende Angabe von Laien für
Laien.
Oder anders ausgedrückt: Eine Aussage von Vertreten/Vertrieblern für
Kunden.
Da sieht man wieder mit welchen Scheiss-Aussagen Kunden / Käufer
verarscht werden.
*unterstreich*, vermutlich stammt die Angabe aus Anfangszeiten der
Industrialisierung wo alles erstmal durchnummeriert wurde.
In den Anfangszeiten stecken wir wohl noch heute.
Nur können wir jetzt auch schon Nummern mit einem Punkt dazwischen.

Gruß
Matthias
Peter Fronteddu
2004-01-03 08:50:12 UTC
Post by Unne
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet?
Schau mal hier:
http://www.messerforum.net/stahltabelle.shtml
http://www.bladegallery.com/information/info_steel.asp

die deutschen Bezeichnungen fuer 440 A/B/C findest Du auf

http://www.boehlke-messer.de/mat_anz.htm
Post by Unne
hat der eine besondere zusammsetzung, oder ist der besonders
geschmiedet?

Die chemische Zusammensetzung steht in der Tabelle. Besonders
geschmiedet wird der nicht, das Ding kommt idR fuer Messer fix und
fertig in Stangenform vom Stahlwerk und wird kaltgeschmiedet (Gute
Küchenmesser) oder geschnitten und geschliffen.
Post by Unne
er wird ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Jo, das ist für Küchenmesser allgemein oft 1.4116 bzw. 440A, nicht sehr
hoch gehärtet, so auf 45-57HRC. Das ist ok, weil relativ preiswert,
rostträge und leicht scharf zu halten. Hochwertig - also was
Messerspezis unter hochwertig verstehen - ist er nicht, dafuer gibts
andere Stähle. Aber er ist für den Einsatz in der Küche und im Hinblick
auf die eventuelle Malträtierung in der Spülmaschine ok, wenn er richtig
wärmebehandelt wurde.

1.4125 = 440C ist seit langem und immer noch einer der Standardstähle
deutscher Messermacher und wird immer noch/wieder auch bei
Produktionsmesser eingesetzt. Ist bei richtiger Wärmebehandlung absolut
ok. Ist schon eine andere Klasse, als 440A oder 440B. US
Firmen/Messermacher verwenden eher die aktuellen "In-Stähle", also CPM
Stähle wie S30/60/90V, alternativ Elmax, Vanadis etc. ein weites Feld
:-)

Ohne jetzt genauer darauf eingehen zu wollen, dass alleine die
Stahlfrage kein gutes Messer ausmacht (Schliff, Wärmebehandlung, Frage
der Anwendung generell...) kann man sagen:

- Die Angabe 440er Stahl beinhaltet genau Null Information über die
Qualität
- 440er Stahl kann 440A, 440B, 440C heissen, alles recht
unterschieldiche Stähle
- Wenn nur 440er Stahl genannt wird, ists in der Regel der billigste
(440A). Das wäre in etwa so, wie wenn man fuer die technischen Specs
eines Autos nur die Reifenbreite angibt ;)

hth
Peter
Peter Fronteddu
2004-01-03 09:04:32 UTC
Post by viczena
440 ist in den letzten jahren sehr beliebt bei den messern geworden.
ein relativ zäher, rostfreier stahl mit hoher schnitthaltigkeit.
Naja, Selbst 440C ist, korrekt wärmebehandelt, nicht wirklich besonders
schnitthaltig. War vor 10 Jahren mal top, aber die Technik bleibt nicht
stehen. Er ist ok, aber nix dolles.
Post by viczena
nachteil: du kannst ihn nur schwer wieder schärfen.
gg, ich wuerde eher behaupten, dass der Stahl dafuer, dass er schon zu
den hochwertigeren Stählen zählt, relativ leicht zu schärfen ist. Du
darfst gerne mal nen (vergleichbar gehärteten) CPM Stahl schärfen.
Schärfen, nicht an der Schleifscheibe kaputtmachen. Da rödelt man ganz
schön rum, besser man lässt das Messer nie wirklich stumpf werden.

Die bei Küchenmessern verwendeten Stähle 440A und vergleichbares lassen
sich grundsätzlich eher leicht schärfen. Sind ja auch nicht hoch
gehärtet, wegen der Flexibilität und eben gerade deshalb, damit auch
Otto Normal Messernutzer die scharf halten kann.

Wenn man was sehr schnitthaltiges, scharfes und rel. leicht scharf zu
haltendes will, sollte man sich mal bei (rostenden) unlegierten
Kohlenstoffstählen umsehen. Die brauchen aber Pflege.
Post by viczena
durch den massenhaften einsatz ist diese legierung relativ preiswert
geworden, und wird nun auch in billigen nachbauten aus fernost als
"qualitätssiegel" verkauft.
"Fernost" ist, was Qualität angeht, ein weites Spektrum. Viele Messer
aus japanischer/taiwanesicher Produktion sind top. Das meiste aus China
ist Flop ;) Aber wenn auf der Klinge nur dick "440" steht, kann man
meistens von Gelumpe ausgehen, insoweit ACK.
Post by viczena
ich selber mag ihn nicht sonderlich, obwohl man fast nicht mehr
drumrumkommt...
Aeh ;) Das mag fuer das Ramschangebot der üblichen Messer/freie
Waffen/Feuerwerk/Pfefferspray Laeden gelten. Aber da kauft man doch
keine Messer ;) Bei hochwertigen Serienmessern oder gar Handmades hat
man eher ein Problem, 440C noch zu bekommen, weil er, eigentlich
unberechtigt, komplett aus der Mode gekommen ist.

Gruesse
Peter
Peter Fronteddu
2004-01-03 09:09:44 UTC
Post by Peter Fronteddu
Jo, das ist für Küchenmesser allgemein oft 1.4116 bzw. 440A, nicht
sehr hoch gehärtet, so auf 45-57HRC.
Zahlendreher. 54-57HRC stimmt. 45 ist a bisserl weng, das gibts nur bei
Stellite/Talonite/Titan Messern.

Gruesse
Peter
arvids lemchens
2004-01-03 09:07:00 UTC
Hallo Unne,
Post by Unne
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet?
Es ist die Bezeichnung fuer eine Stahllegierung, bzw. einer Gruppe zu
der 440A, 440B und 440C gehoeren.
Post by Unne
hat der eine besondere zusammsetzung, oder ist der besonders
geschmiedet?
Es ist die Zusammensetzung (Legierung), wie Du z.B. unter

http://knives.at/knifeshop/info/elem.html

sehen kannst.
Post by Unne
er wird ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Ja, wobei 440 eigentlich nicht viel aussagt, salange nicht da nicht auch
ein A, B oder C beisteht.

Im Allgemeinen heisst es, dass A und B eher Billigstaehle von nicht
sonderlicher Qualitaet sind und C der gute Teure.

Fehlen die Buchstaben, kann man wohl davon ausgehen, dass es sich
hoechstwahrscheinlich um die A- oder B-Variante handelt.

HTH

MvfG,

Arvids
Murat Urkan
2004-01-03 09:48:45 UTC
Post by Uwe 'hammernocker' Roßberg
vergleichbar mit der angabe 'Edelstahl'.
Edelstahl ist allerdings als Begriff genau Definiert... nur das es um den
Maximalen Schwefelgehalt geht der bei Edelstahl nicht höher als 0,2 Prozent
sein darf, und rein gar nicht über die Korrosionsfestigkeit aussagt.
Peter Prucker
2004-01-03 10:19:39 UTC
Post by Uwe 'hammernocker' Roßberg
Post by Requiescant
Hello
Die Aussage "440er" Stahl ist eine nichtssagende Angabe von Laien für
Laien.
Oder anders ausgedrückt: Eine Aussage von Vertreten/Vertrieblern für
Kunden.
Da sieht man wieder mit welchen Scheiss-Aussagen Kunden / Käufer
verarscht werden.
*unterstreich*, vermutlich stammt die Angabe aus Anfangszeiten der
Industrialisierung wo alles erstmal durchnummeriert wurde. Das heisst
aber nicht das es heute irgendwas mit dem tatsächlichen Inhalt der
Legierung zu tun hat. vergleichbar mit der angabe 'Edelstahl'.
((Grins)

Oder "Silberstahl". Heißt so, weil kein Silber drin ist.
(= härtbarer niedriglegierter Werkzeugstahl, rundgeschliffen, meist um
die 1,1 % C).

Amerikanische Stahlbezeichungen sind ungenügend, sofern man nicht in
einer Tabelle Zusammensetzung und Behandlung nachlesen kann. Genauso
blöd wie z.B. "Böhler BLitz".

P.Pr.
Roman Huss
2004-01-03 16:36:58 UTC
Unne schrieb in Nachricht ...
Post by Unne
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet? hat der eine
besondere zusammsetzung, oder ist der besonders geschmiedet? er wird
ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
Vielen dank im Vorraus!
Hallo
Jaja diese Bezeichnungen
Die Aussage 440-er Stahl lässt schon mal eine grobe Einteilung zu.
Eine genauere Bezeichnung wäre aber hilfreich.
440-er Stähle sind rostbeständige, martensitische Cr-legierte Stähle mit
guter
Korrosions- Verschleissbeständigkeit und Schnitthaltigkeit. Sind daher
geeignet für
alle Arten von Messern, z.B. in der Lebensmittelindustrie.
Verwirrung stiftet die unterschiedliche Bezeichnung des gleichen Stahls bei
anderen Herstellern
oder Herkunftsländern. So wird eine der meistgebrauchten Stahlsorten für
Messer, der 440C, in Deutschland
als Stahl Werkstoffnr.:1.4125 oder als X105CrMo17 gehandelt, während die
gleiche Sorte in
Frankreich Z100CD17, in Japan SUS440C und in den USA Aisi 440C heisst.

Bekannt sind folgende 440-er Stähle: (nicht vollständig)
440A
1.4110
X55CrMo14
C=0,55/Cr=14/Mn=1,0/Mo=0,55/Si=1,0

440B
1.4112
X90CrMoV18
C=0,9/Cr=18/Mn=1,0/Mo=1.0/V=0,1/Si=1,0

440C
1.4125
X105CrMoV17
C=1,05/Cr=17/Mn=1,0/Mo=0,75/Si=1,0

440BTS (B+Co)
1.4128
X105CrCoMo18-2
C=1,05/Cr=17,5/Mn=0,4/Mo=1,2/V=0,1/Si=0,4/Co=1,5

440HX (D2)
C=1,6/Cr=16/Mn=0,5/Mo=0,8/Ni=0,35/Si=0,4/V=0,45

Angaben der einzelnen Legierungselemente in Prozent:
Kohlenstoff (C), Chrom (Cr), Mangan (Mn), Molybdän (Mo), Silizium (Si),
Vanadium (V), Cobalt (Co)
Nickel (Ni)

Die Zusammensetzung der einzelnen Elemente kann aber je nach Hersteller
variieren.

Hoffe geholfen zu haben
Gruss Roman
Markus Machner
2004-01-03 20:41:53 UTC
Post by Peter Fronteddu
Aeh ;) Das mag fuer das Ramschangebot der üblichen Messer/freie
Waffen/Feuerwerk/Pfefferspray Laeden gelten. Aber da kauft man doch
keine Messer ;) Bei hochwertigen Serienmessern oder gar Handmades hat
man eher ein Problem, 440C noch zu bekommen, weil er, eigentlich
unberechtigt, komplett aus der Mode gekommen ist.
Ich hab' bisher nie auf so Feinheiten geachtet. Was sagt mir das, wenn auf
der Klinge steht K5173S oder anderes Messer TSR Rostfrei. Das letztere ist
das STINO Bw-"Kampf"messer (alte Form). Küchenschublade kram, auf einigen
Messern steht Nirosta auf den meisten steht garnix.

Wie pflegt man Messer?

Gruß,
Markus
Peter Fronteddu
2004-01-03 21:41:44 UTC
Post by Markus Machner
Ich hab' bisher nie auf so Feinheiten geachtet. Was sagt mir das,
wenn auf der Klinge steht K5173S oder anderes Messer TSR Rostfrei.
Mir sagt das nix.
Post by Markus Machner
Küchenschublade kram, auf einigen Messern steht Nirosta auf den
meisten steht garnix.
Ist ne Handelsbezeichnung fuer rostträgen Stahl von Thyssen Krupp
(http://www.nirosta.de/), wie zum Beispiel Chromargan von WMF usw.
Post by Markus Machner
Wie pflegt man Messer?
Welche? ;) Roststräger Stahl, Messer aus ner eisenfreien Legierung,
Kohlenstoffstahlmesser, Folder oder Fixed, in der
Küche/Hosentasche/Schlamm/Salzwasser? Das ist ein weites Feld.

Grundsätzlich, bei rostbeständigen Messern: Nie in die Spülmaschine,
auch keine Küchenmesser. Die überleben das zwar, aber die Chemie tut dem
Messer nicht gut. Bei herkömmlichen Besteckmessern ist das wurscht, das
sind eh keine Messer ;) Alles andere ist relativ problemlos, wenn die
Dinger trocken bleiben. Ich wasche meine Messer mit Spülmittel und viel
Wasser, trockne ordentlich und das wars.
Bei Kohlenstoffstahl muss man bei Benutzung mit Verfärbungen leben,
ansonsten eben nach dem Benutzen gleich Abtrocknen, Die Messer müssen
nicht, können aber schneller rosten als man das Handtuch bewegen kann
(kommt neben dem Stahl auch aufs Finish an). Natuerlich nie in die
Spülmaschine.

Messer besser nicht in Lederscheiden lagern (Gerbstoffe greifen den
Stahl an).

Und nein, kein Ballistol verwenden ;). Egal was mir Klever und alle
Schützen erzählen, bei mir pappt das die Messer zu. Ich komme fast ganz
ohne irgendein Oel aus, höchstens mal die Achse eines Folders schmieren.
Ich nehm dazu WD40, was zwar eigentlich kein Schmiermittel ist, bei
Messerlagerungen aber recht gut funktioniert. Oder Nähmaschinenöl oder
irgendein anderes dünnflüssiges Zeug. Bei WD40 aufpassen, das löst uU
auch Epoxykleber, mit dem zb Griffe/Griffschalen verklebt sind. Wenn man
unbedingt was zum Konservieren draufschmieren will -> Babyöl.

Holzgriffe wie man eben Holz behandelt, wenn sie nicht stabilisiert
sind, quellen die schnell auf, also trocken halten. Dito
Mammutelfenbein. Micarta, G10 etc. brauchen keine Pflege.

Bevor ich hier Seiten schreibe -> www.messerforum.net -> Suchfunktion

Gruesse
Peter
Bernd Schönlaub
2004-01-04 00:57:09 UTC
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
***@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Post by Peter Fronteddu
Naja, Selbst 440C ist, korrekt wärmebehandelt, nicht wirklich besonders
schnitthaltig. War vor 10 Jahren mal top, aber die Technik bleibt nicht
stehen. Er ist ok, aber nix dolles.
Hallo Peter,

dem 440C hatte vor 25 Jahrn schon der 154CM den Rang abgelaufen.
Leider lässt sich der nicht gesänkschmieden, also bleben einem nur
handmades.
Post by Peter Fronteddu
... dass der Stahl ... relativ leicht zu schärfen ist.
Und genauso schnell ist er auch wieder grottenstumpf.
Post by Peter Fronteddu
Du darfst gerne mal nen (vergleichbar gehärteten) CPM Stahl schärfen.
Da kenne ich nur den CPM T440V. Richtig geniales Material.
Wenn Du ihn aber nicht schon vor dem Härten auf Hochglanz polierst,
dann hast Du verloren.
Post by Peter Fronteddu
Schärfen, nicht an der Schleifscheibe kaputtmachen.
Mit der Gummischeibe mit Korundeinbettung geht das ganz gut.
Nur leider nicht ganz billig.
Post by Peter Fronteddu
besser man lässt das Messer nie wirklich stumpf werden.
Dem musst Du aber auch Gewalt antun um ihn stumpf zu kriegen.
Eine Klinge die nach drei aufgebrochenen Wildsauen noch rasiert
kann man wohl schon als schnitthaltig bezeichnen.
Post by Peter Fronteddu
Wenn man was sehr schnitthaltiges, scharfes und rel. leicht scharf zu
haltendes will, sollte man sich mal bei (rostenden) unlegierten
Kohlenstoffstählen umsehen. Die brauchen aber Pflege.
So z.B. der alte "Pumaster", was immer das auch war.
Den gibt es leider schon lange nicht mehr.
Post by Peter Fronteddu
"Fernost" ist, was Qualität angeht, ein weites Spektrum. Viele Messer
aus japanischer/taiwanesicher Produktion sind top. Das meiste aus China
ist Flop ;) Aber wenn auf der Klinge nur dick "440" steht, kann man
meistens von Gelumpe ausgehen, insoweit ACK.
So kenn ich das auch. Hier liegt aber auch ein noch irgendwo ein
Chinesisches aus Carbonstahl rum. Liederliche Verarbeitung aber eine
gute Klinge.
Post by Peter Fronteddu
Aeh ;) Das mag fuer das Ramschangebot der üblichen Messer/freie
Waffen/Feuerwerk/Pfefferspray Laeden gelten. Aber da kauft man doch
keine Messer ;) Bei hochwertigen Serienmessern oder gar Handmades hat
man eher ein Problem, 440C noch zu bekommen, weil er, eigentlich
unberechtigt, komplett aus der Mode gekommen ist.
Nicht ganz. Die newcomer unter den Messermachern nehmen gerne die
Rohlinge von Wolf Borger. So weit ich weis sind seine Rostträgen
immer noch aus 440er geschmiedet.

Gruß, Bernd
________________________________________________________________________
Uwe 'hammernocker' Roßberg
2004-01-04 01:25:43 UTC
Post by Matthias Voss
Post by Uwe 'hammernocker' Roßberg
Post by Requiescant
Hello
Die Aussage "440er" Stahl ist eine nichtssagende Angabe von Laien für
Laien.
Oder anders ausgedrückt: Eine Aussage von Vertreten/Vertrieblern für
Kunden.
Da sieht man wieder mit welchen Scheiss-Aussagen Kunden / Käufer
verarscht werden.
*unterstreich*, vermutlich stammt die Angabe aus Anfangszeiten der
Industrialisierung wo alles erstmal durchnummeriert wurde.
In den Anfangszeiten stecken wir wohl noch heute.
Nur können wir jetzt auch schon Nummern mit einem Punkt dazwischen.
Naja, *grins* so hab ich das nicht gemeint ;o)))

bye uwe
--
AIM: hammernocker2000
ICQ: 115118874
www.pssgzudresden.de
Rainer ilgmann
2004-01-04 09:38:42 UTC
Post by Unne
Hallo!
Kann mir jemand sagen, was genau 440er stahl bedeutet? hat der eine
besondere zusammsetzung, oder ist der besonders geschmiedet? er wird
ja sehr oft in filetiermesser eingesetzt.
USA Bezeichnungen für Stahl. Messerstahl Komposition:


420 0.4-0.5% C, 12-14% Cr Rockwell Härte (HRC) 54
440A 0.6-0.75% C, 16-18% Cr, 0.75% Md, 1% Mn, 1% Si 56
440B 0.75-0.95% C, 16-18% Cr, 0.75% Md, 1% Mn, 1% Si 56
440C 0.95-1.20% C, 16-18% Cr, 0.75% Md, 1% Mn, 1% Si 58


Gruß

Ri
Peter Fronteddu
2004-01-04 10:01:45 UTC
Post by Bernd Schönlaub
dem 440C hatte vor 25 Jahrn schon der 154CM den Rang abgelaufen.
Leider lässt sich der nicht gesänkschmieden, also bleben einem nur
handmades.
Du redest von Integral-/Halbintegralmessern? 154CM ist bei hochwertigen
Serienmessern einer der üblichen Stähle. Und wenns nicht geschmiedet
wird, wirds gefräst. Liegen hier genug rum. Wenn Dein 440C Messer
merkbar schneller stumpf wird, als Deins aus 154CM oder ATS34, dann
liegts eher an unterschiedlicher Schneidengeometrie oder an schlechter
Wärmebehandlung. Es wird halt viel Wind um die Stahlfrage gemacht und
die Kunden wollen immer wieder nen neuen "Superstahl". Dass die richtige
Wärmebehandlung und eine auf die Anwendung zugeschnittene
Klingengeometrie mindestens genauso wichtig ist, wird gerne uebersehen.
Ist marketingtechnisch eher schwer zu vermitteln.

Wenns Dich interessiert -> Messerklingen und Stahl : Technologische
Betrachtung von Messerschneiden
von Roman Landes (gibts evtl. noch hier http://www.messermagazin.de).

Bei Küchenmessern, um dies ja am Anfang ging, steht nach wie vor weniger
die Stahlqualität im Vodergrund, als der Preis, die Fertigungsmethoden
und die einfache Handhabung. Die Dinger müssen halt Spülmaschinen
aushalten und von jedem scharf gemacht werden können. Deswegen ist 440A
dafuer keine schlechte Wahl.
Post by Bernd Schönlaub
Und genauso schnell ist er auch wieder grottenstumpf.
Dann stimmt an dem Messer was nicht. Gut verarbeitet ist 440C nach wie
vor ein guter Messerstahl, allen Hip Stählen zum Trotz. Gut, nicht
Spitzenklasse, aber eben gut. Es ist halt so, dass der Stahl allein
nicht die Qualität macht.
Post by Bernd Schönlaub
Da kenne ich nur den CPM T440V. Richtig geniales Material.
Wenn Du ihn aber nicht schon vor dem Härten auf Hochglanz polierst,
dann hast Du verloren.
Die heissen jetzt anders, aber es gibt
S30V/S60V/S90V/S3V(rostend)....alles von
Crucible(http://www.crucibleservice.com/datash.cfm). Von anderen
Herstellern RWL (pulvermetallurgischer ATS34), Elmax, Vanadis4,
Vanadis10...
Post by Bernd Schönlaub
Mit der Gummischeibe mit Korundeinbettung geht das ganz gut.
Wenn Du nicht dauernd kühlst, wird das Material in der Schneide zu heiss
(eine gute Schneide hat zwischen 0,1µ - 0,5µ, das ist schnell verbrannt)
und das Ding ist hinueber. Mir ist das zu riskant, ich mach das lieber
mit der Hand.
Post by Bernd Schönlaub
Dem musst Du aber auch Gewalt antun um ihn stumpf zu kriegen.
Eine Klinge die nach drei aufgebrochenen Wildsauen noch rasiert
kann man wohl schon als schnitthaltig bezeichnen.
Ja :-) Das Problem ist halt der Dreck. Aber es gibt auch Messer aus S60V
die schnell stumpf werden -> da stimmt eben dann die Wärmebehandlung
nicht.
Post by Bernd Schönlaub
So kenn ich das auch. Hier liegt aber auch ein noch irgendwo ein
Chinesisches aus Carbonstahl rum. Liederliche Verarbeitung aber eine
gute Klinge.
Bei nem Carbonstahl kann man halt nicht so viel falsch machen. Ist
billich, feine Schneide, stabil, aber rostet eben. So ein billiges
Opinel und Konsorten schneiden gerade mit den dünnen Klingen super. CPM
hin oder her.

Gruesse
Peter

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